Glück.

Was macht uns glücklich?

Die Werbung verspricht da ja so Einiges.

Butter macht glücklich, Gummibärchen ebenfalls. Für das besondere Glück hilft auch die ein oder andere Limonade, gerne auch Gel-Aktiv-Einlegesohlen für die Schuhe.

Selbst Car-Glas und die DB machen glücklich, ach halt, Immodium Akut kann das unter Umständen auch…

Aber was ist es wirklich?
Was löst Emotionen aus, Emotionen, die Endorphine in unserem Körper losschicken, und die uns augenscheinlich glücklich machen?

Lassen wir uns in Glücks-Gruppen einteilen; die Gruppe, die durch körperliche Leistung wie Sport oder Sex glücklich wird, die, der eine neue Handtasche oder ein Paar neue Schuhe, oder ein Sportwagen zum unverhofften Glück verhelfen, oder macht uns das Zusammensein mit bestimmten Menschen einfach überglücklich, oder das Alleinsein.

Mich machen viele Dinge glücklich, manchmal vergesse ich das nur.

Das heißt, ich bin glücklich, realisiere diesen Zustand aber gar nicht richtig, denn Glück muss nicht immer nur eine auffallende Momentaufnahme sein, sondern schafft es durchaus auch, ein länger andauernder Zustand zu sein und über den kurzen Moment hinaus zu gehen.

Es macht mich glücklich, wenn nichts weh tut.
Klingt komisch? Aber seit einiger Zeit tut immer etwas weh. Dieses Glück ist aber nur recht kurz, dann wenn ich aufwache und ich mich bewegen kann, ohne Einschränkung, ich mich nicht erst Drehen und Recken und Strecken muss, in der Hoffnung irgendetwas findet zurück an seinen Platz, dann ist der Glücksmoment schon fast weder vorbei und mein Tag beginnt.

Ich verwechsle dieses Gefühl nicht mit Dankbarkeit, nein.

Glück bedeutet eine außerordentliche Form der Zufriedenheit, nur haben wir verlernt zufrieden zu sein, und diesen Zustand länger zu konservieren als nur für einen kurzen Augenblick.

Alles ist hektisch, die Medien nehmen immer weiter eine größerer Präsenz ein, Elektronik auch. Alles dreht sich um Telefone und um: höher,weiter, schneller.

Früher lag das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde. Vielleicht etwas vermessen, vielleicht nicht mehr zeitgemäß, sicherlich in unserer heutigen Zeit auch diskriminierend denn nicht jeder kann reiten, und vielleicht ist das Pferd auch nur ein Synonym für einen Zustand, der uns von uns selbst und unseren Problemchen ablenkt.

Ein Zustand, der beinhaltet sich sogar auf ein anderes Lebewesen zu konzentrieren und nicht auf uns selbst oder etwas, das sich im Internet oder unseren Smartphones abspielt. Etwas Pures, bei dem man sogar noch die Natur genießen kann, sofern man mit dem Pferd ins Gelände reitet. (um bei diesem Beispiel zu bleiben)

Hat aber unsere Gesellschaft überhaupt Platz für glückliche Menschen?

Gehen wir durch die Stadt und werden freundlich angelächelt, sehen wir versonnen lächelnde Menschen ihres Weges gehen, was denken wir? Sonderbar betreten schauen wir weg, oder amüsieren uns, hoffen nicht reagieren zu müssen und runzeln die Stirn.

Unsere Gesellschaft jedoch ist offen und bereit für die Unglücklichen, die, die immer unzufrieden sind, denen nichts recht zu machen möglich erschein, die Nörgler, die Traurigen.
Ja mit denen können wir umgehen, je mehr genörgelt wird, desto gesellschaftsfähiger sind wir, und desto mehr wahrgenommen.

Niemand traut sich sein Glück zu teilen, andere daran teilhaben zu lassen. Wir stapeln mit unserem Gemütszustand eher tieft, als dass wir andere teilhaben lassen und uns wohlmöglich noch erklären müssen. Manchmal ist glücklich zu sein als Gemütszustand nicht akzeptiert.

Wir brauchen wieder Bilder, die wir in unseren Gedanken abrufen können, und die wieder dieses pure Glück ausmachen.
Wir brauchen mehr Sensibilität, auch die kleinen Momente groß werden zu lassen.

Ich sitze gerade am Flughafen, nichts tut weh, ich werde den Mann in ca. 5 Stunden wiedersehen und ich denke an das Spaghettieis meiner Kindheit, und mir läuft das Wasser im Mund zusammen.

Kann es einen besseren Moment geben?

Ihr Fräulein Lindemann

 

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